SCHMUCKMACHEN: TIPPS UND TRICKS

Fädeln und Co.

Schmuck selber machen? Sie brauchen nicht viel dazu. Perlen, je nach Geschmack groß oder klein, uni oder knallbunt, das passende Zubehör, funktionstüchtiges Werkzeug, ein paar gute Ideen und ein wenig technisches Know-how. Dafür gibt es jede Menge leicht verständliche und auf verschiedenste Techniken spezialisierte Tutorials im Netz. Mit ein paar praktischen Tipps für Einsteiger greifen wir Ihnen natürlich auch gerne unter die Arme. Wir wünschen viel Spass und ein wenig Geduld beim Werken!

Basics

Bevor sie sich ins Abenteuer des kreativen Schmuckmachens stürzen, heißt es: die Stückzahl der benötigten Perlen für das Schmuckstück Ihrer Träume zu ermitteln. Als Faustregel gilt: Kurze, halsnahe Ketten sollten eine Länge von ca. 40 cm, Armbänder von ca. 18 cm haben. Beachten Sie allerdings: Wenn Sie größere Perlen verwenden, benötigen Sie eventuell mehr als die angegebenen 40 cm bzw 18 cm, denn durch das größere Volumen verringert sich der Innenumfang des Armbands oder der Kette.

Unverzichtbar als Grundausstattung in Ihrer kleinen Schmuckwerkstatt sind  – neben Ihren flinken Fingern – folgende Werkzeuge: eine schmale Flachzange zum Zusammendrücken von Quetschperlen oder Kalotten, ein Seitenschneider zum Abzwicken von Drahtnylon oder Draht und eine Rund- oder Rosenkranzzange zum Ösenbiegen. Mit diesen ausgesuchten Helferleins sind sie optimal gerüstet, nicht nur zum Montieren von Verschlüssen.

Fädelmaterial

Nachdem Sie die Perlen ihrer Wahl in der optimalen Stückanzahl gefunden haben, stellt sich die unvermeidliche Frage: Worauf sollen sie gefädelt werden, damit daraus Ketten oder Armbänder werden, die nicht nur professionell gemacht aussehen, sondern auch stabil und haltbar sind? Ganz einfach: Alles hängt vom Material der Perlen ab.

Zum Aufziehen von schweren oder scharfkantigen Perlen aus Glas oder Swarovski-Kristallperlen (scharfkantig!) verwenden Sie vorzugsweise den besonders reißfesten Drahtnylon. Doch Vorsicht: Fügen Sie dem Drahtnylon vor dem Fädeln keine Knicke zu, weil er sonst an dieser Stelle brechen kann. Daher: immer rund, am besten auf der Spule lagern.

Zum klassischen Perlenknüpfen gehört die Perlseide. Dabei machen Sie zwischen jeder Perle einen Knoten. Das ist gar nicht so schwer wie es scheint. Ein bisschen Übung und Fingerfertigkeit und der Knoten sitzt perfekt zwischen den Perlen. Kleiner Trick: nehmen Sie eine Nadel, gehen mit dieser in den noch offenen Knoten und ziehen ihn dann mit dem Hilfsgerät eng an die Perle ran. Geknüpfte Ketten haben den Vorteil, dass sich nicht gleich die ganze Perlenpracht am Boden ergießt, sollte der Faden einmal reißen. Ideal zum Perlenknüpfen sind zum Beispiel Wachsperlen, größere facettierte Glasperlen oder auch Horn und Perlmutt. Wichtig: achten Sie auf die Lochgröße ihrer Perlen. Sind sie nämlich zu groß gelocht, wie etwa viele der bunten Glasperlen, dann verschwindet der mühsam geknüpfte Knoten im Hohlraum.

Optimal für Armbänder ist der durchsichtige Gummi. Einfach Perlen auffädeln und Gummi verknoten und zwar folgendermaßen: Sie nehmen die beiden Gummienden parallel nebeneinander liegend in die Hand und machen daraus einen straff gezogenen Knoten. Nur der hält, was er verspricht. Niemals wie ein Schuhband über Kreuz knoten, sonst war die ganze Arbeit umsonst. Den Faden dann nicht zu knapp beim Knoten abschneiden, der Rest kann in den meisten Fällen ins Perlenloch gezogen werden.

Lederband oder gewachste Baumwolle empfiehlt sich vor allem für besonders schwere Perlen mit größeren Löchern, weil sonst das Band nicht durch die Perlen geht. Besonders hübsch: nur ein paar Perlen auf Leder- oder Baumwollband fädeln, entweder durch Knoten fixieren oder frei laufen lassen – und schon haben sie einen dekorativen Halsschmuck. Der Einfachheit halber können Sie das Band am Ende ohne Verschluss verknoten.

Verschlussmontage

Jeder Faden verlangt nach speziellem Verschlusszubehör und einer entsprechenden Montage.

Zum Drahtnylon gehört die Quetschperle wie der Sand zum Meer. Montieren Sie noch vor dem Fädeln an einem Ende den Drahtnylon mittels Quetschperle an den Verschluss. Und zwar so: zuerst fädeln sie eine noch runde Quetschperle auf den Drahtnylon. Anschließend führen Sie den Faden durch die Öse eines Verschlusses ihrer Wahl. Dann fädeln Sie den Faden wieder zurück durch die Quetschperle, so dass sich eine kleine Schlaufe rund um die Verschlussöse bildet. Wichtig: der Faden muss doppelt durch die Quetschperlen laufen. Dann kommt er – der Griff zur Flachzange. Mit ihr drücken sie ganz fest die Quetschperle zusammen. Richtig schön flach gequetscht muss sie sein und schon hält der Faden am Verschluss. Den überstehenden Rest des Drahtnylons zwicken sie entweder mit dem Seitenschneider knapp an der Quetschperle ab oder fädeln einfach die Perlen darüber. Nachdem Sie alle Perlen aufgefädelt haben, wiederholen Sie am anderen Ende noch einmal die ganze Prozedur: Quetschperle auffädeln, Faden durch Verschlussöse, retour in die Quetschperle und flachdrücken. Und damit hat sich die Sache schon.

Die Verbindung zum Verschluss bei Fädelarbeiten mit Perlseide erfolgt mit Kalotten, den kleinen aufgeklappten Metallkapseln. Sie gehen wie folgt vor: Zuerst wickeln sie die Perlseide vom Briefchen ab. Dann machen Sie am Fadenende – dort, wo keine Nadel ist – zwei Knoten übereinander und legen diesen in eine Kalotte. Achten Sie darauf, dass der weitere Fadenverlauf vom Stäbchen der Kalotte wegführt. Im nächsten Schritt drücken Sie vorsichtig und mit Hilfe einer Flachzange die Kapsel über dem Knoten so zusammen, dass die Öffnung geschlossen ist, die Kalotte ihre runde Form aber behält. Aus dem Stäbchen außen an der Kalotte drehen Sie schließlich mit der Rosenkranzzange eine runde Öse. Zum Schluss verbinden Sie diese Öse mit der Öse des Verschlusses. Jetzt können Sie Ihre Perlen auffädeln. Ist das geschafft, dann montieren Sie zum Abschluss am anderen Ende die zweite Kalotte und fertig ist das gute Stück.

Um den Verschluss ans Lederband zu befestigen, brauchen Sie eine Lederbandklemme. Legen Sie das Band in die längliche Öffnung. Zuerst drücken Sie die eine Seite der Klemme mit einer Flachzange über dem Lederband zusammen, dann die andere und zwar so, dass sie die erste Seite überlappt. Jetzt brauchen Sie nur mehr die Verschlussöse bzw. den Schlüsselring beim Springring mit der Öse der Klemme verbinden. Bravo. Lederbandklemmen empfehlen sich auch für gewachste Baumwollbänder oder ganz feine Gliederketten.

Ösen drehen

Das braucht ein wenig Übung, aber wenn Sie den richtigen Dreh raushaben, können Sie im Handumdrehen die schönsten Ohrringe kreieren. Also los. Sie benötigen lediglich ein nagelartiges Plateaustäbchen, eine Rundzange und natürlich Perlen. Ziehen Sie die Perlen auf das Drahtstäbchen auf. Ganz nach Vorliebe eine oder mehrere. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass das Plateaustäbchen auch lange genug ist, um die Perlen fassen zu können. Danach kürzen Sie das noch überstehende Reststäbchen, falls notwendig, auf ca. 1 cm. Daraus drehen Sie schließlich mit der Spitze der Rundzange eine hübsche runde Öse und zwar so: Stäbchen zuerst ein wenig zurückbiegen und dann in einer flotten Drehbewegung retour den Draht um die Zange biegen. Die fertig geöselte Perle wird zu guter letzt mit der Öse des Ohrhakens verbunden.

Schmuck kleben

Zum Beispiel flache Steine oder Cabochons auf ein Clip-, Ring- oder Broschenpatent. Vorgehensweise: die flache Seite des zu beklebenden Steins ordentlich mit Klebstoff beträufeln. Am besten verwenden Sie unseren speziellen Schmuckkleber. Andernfalls tut es auch ein 2-Komponenten-Kleber, jedoch kein Sekundenkleber. Der hält nicht! Anschließend den Ring, Clip oder die Brosche mit der Klebefläche auf den präparierten Stein aufsetzen und vorsichtig andrücken. Das geklebte Teil mindestens 24 Stunden trocknen lassen. Noch ein guter Tipp: Wenn sie Clips oder Stecker auf ein Cabochon kleben, dann immer im oberen Bereich platzieren, sonst kippt der Ohrschmuck beim Tragen vom Ohr weg.

Schmuckpflege

Oberste Regel für Schmuck, egal ob aus Swarovskistrass oder Perlen: Nicht mit Parfüm, Make-up oder Haarspray in Verbindung bringen. Diese scharfen Stoffe schaden der Oberfläche und machen die wunderbar glitzernden Teile stumpf und Perlen fleckig. Deshalb erst nach dem Schminken und Frisieren anlegen.

Weiters nehmen Sie Rücksicht darauf, dass Schmuck generell zur wasserscheuen Art zählt. Also vor dem Duschen, Baden oder Schwimmen ablegen. Das gleiche gilt für sportliche Betätigungen – Schweiß ist aggressiv und greift die Oberfläche ebenfalls gnadenlos an.

Schmuckgerechte Lagerung bedeutet: nicht in feuchter Umgebung – wie zum Beispiel im Badezimmer – aufbewahren und vor starker Sonneneinstrahlung schützen. Außerdem mögen es die schönen Teile gar nicht, wenn Sie ohne schützende Hülle achtlos in der Handtasche versenkt werden. Oder mit anderen Schmuckstücken gar in einem wilden Durcheinander ihr Dasein fristen.

Zur Reinigung verwenden Sie am besten ein feuchtes Seidentuch und beseitigen vorsichtig eventuelle Verunreinigungen.

Nicht vergessen: Sind Sie gut zu Ihrem Schmuck, dann bleibt er Ihnen auch lange ein strahlender Begleiter.

Allgemeine Produktinformationen

Die verwendeten Metalle sowohl des Schmuckzubehörs wie auch der fertigen Schmuckstücke sind entsprechend der Österreichischen Nickelverordnung von 1993 BGBI 592 alle nickelfrei.